Schon seit einigen Monaten experimentiert Facebook mit dem News Feed herum. Immer wieder berichteten Onlinemedien darüber, dass der Algorithmus verändert wurde. Die Maschine Facebook sollte selber erkennen, was mich interessiert. Basierend auf meinen Interaktionen will der Algorithmus wissen, was ich lesen will und soll „unwichtige“ Beiträge ausblenden. Schade, dass ich nicht selber entscheiden darf.

Es gibt Versuche mit einem Entdecker Feed, wo Facebook den Usern relevante Inhalte vorschlägt. Es ist noch nicht ganz klar, wohin dies führt. Es wurde bislang immer abgestritten, dass die Postings von Seiten hier hin ausgelagert werden sollen…

Heute lässt Marc Zuckerberg die Bombe platzen: massiver Umbau des Newsfeeds

Die wichtigsten Auszüge übersetzt:

„Wir haben Facebook aufgebaut, um Menschen dabei zu helfen, in Verbindung zu bleiben und uns mit den Menschen, die uns wichtig sind, näher zusammen zu bringen. In letzter Zeit haben wir jedoch von unserer Community Feedback erhalten, dass öffentliche Inhalte – Beiträge von Unternehmen, Marken und Medien – persönliche Momente, die uns dazu bringen, uns mehr miteinander zu verbinden, verdrängen.

Da es mehr öffentliche Inhalte als Posts von deinen Freunden und deiner Familie gibt, hat sich die Balance zwischen dem, was im News-Feed enthalten ist, von der wichtigsten Sache, die Facebook tun kann, verschoben – nämlich zu helfen, uns miteinander zu vernetzen.

Auf dieser Grundlage nehmen wir eine massive Veränderung an Facebook vor.

Ich ändere den Focus, passende Inhalte für dich zu finden und verhelfe dir zu mehr sozialen Interaktionen.

Wenn wir diese Änderung herausbringen, wirst du weniger öffentliche Inhalte sehen, wie z.B. Beiträge von Unternehmen, Marken und Medien. Und der öffentliche Inhalt, den du sehen wirst, wird nach demselben Standard gehalten – er sollte sinnvolle Interaktionen zwischen Menschen fördern.

Eins möchte ich klarstellen: Durch diese Änderungen erwarte ich, dass die Zeit, die die Leute auf Facebook verbringen, sinkt und etwas Interaktion zurückgeht. Aber ich erwarte auch, dass die Zeit, die du auf Facebook verbringst, wertvoller ist. Und wenn wir das Richtige tun, glaube ich, dass das auch langfristig für unsere Gesellschaft und unser Geschäft gut sein wird.“

 

Facebook laufen die jungen User weg

Es war absehbar, dass Facebook sich neu erfinden muss. Schon lange laufen andere soziale Netzwerke dem Dinosaurier den Rang ab. Instagram und WhatsApp sind besonders bei den jungen Nutzern beliebter als Facebook. In Sachen Video müht sich Facebook stetig, sich gegen YouTube zu behaupten – ohne Erfolg.

Nachdem die Nutzer mit dem Algorithmus des News-Feeds ohnehin nicht so recht zufrieden waren, musste Facebook fürchten, noch mehr seiner aktiven User zu verlieren. Konkret dürften wir also in Kürze wieder sehr viel mehr Postings unserer Freunde sehen, die mehr Interaktionen im privaten Raum hervorrufen sollen.

Da natürlich der Platz für Inhalte von Seiten nun knapper wird, will Facebook auch hier mehr auf die Qualität achten. Seiten, deren Beiträge wenige Reaktionen oder Interaktionen hervorrufen, dürften künftig in der Bedeutungslosigkeit versinken. Dies führt dann natürlich unweigerlich dazu, dass Seitenbetreiber die Qualität ihrer Postings verbessern müssen, um überhaupt noch platziert zu werden. Ich bewerte das zunächst mal positiv, da auch Seitenbetreiber wieder mehr Zeit und Ideen in gute Postings stecken müssen.

Fazit für Werbetreibende und Seitenbetreiber

Die Inhalte müssen relevanter werden und mehr Interaktion hervorrufen um noch gezeigt zu werden. Der Platz für gesponserte Postings dürfte etwas enger werden, und damit gehen die Werbekosten wohl in die Höhe.

Fazit für den User

Womöglich ist diese Veränderung ein Lichtblick. Wieder zurück zu dem, was Facebook mal war: Ein Netzwerk für die Vernetzung unter Freunden. Als User dürfte man sich freuen, etwas weniger mit Werbeanzeigen zugeschüttet zu werden. Auf die Umsetzung der ganzen Veränderungen darf mal allerdings gespannt sein.

Facebook: Erst absahnen, dann abservieren

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